Studio von Radio Liechtenstein

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk Sendeschluss bei Radio Liechtenstein

Stand: 03.04.2025 12:58 Uhr

Nach knapp 30 Jahren stellt der einzige öffentlich-rechtliche Sender des Fürstentums Liechtenstein seinen Sendebetrieb ein. Eine Mehrheit der Liechtensteiner hatte sich zuvor für eine Privatisierung ausgesprochen, doch die scheitert nun am Geld.

Der einzige öffentlich-rechtliche Radiosender im Kleinstaat Liechtenstein ist Geschichte. Nach knapp 30 Jahren wird um 18 Uhr der Sendebetrieb abgeschaltet, wie Radio Liechtenstein selbst auf seiner Webseite mitteilte. "Mit der Abschaltung endet ein bedeutendes Kapitel der Medienlandschaft Liechtensteins", heißt es dort. Für einen privaten Weiterbetrieb war für den Sender mit seinen 25 Mitarbeitern zu wenig Geld zusammengekommen.

Hintergrund ist eine Volksabstimmung, bei der sich 2024 die Mehrheit für eine Privatisierung ausgesprochen hatte. Dabei gab es knapp 6.800 Ja-Stimmen. Das entsprach einem Anteil von 55,4 Prozent. In dem Fürstentum zwischen der Schweiz und Österreich waren nur gut 21.000 Personen stimmberechtigt.

Sendebetrieb kostete vier Millionen Euro im Jahr

Das Land wird seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch immer von konservativen Parteien regiert. Großen Einfluss hat das erzkonservative Fürstenhaus, das gegen Ergebnisse von Volksabstimmungen ein Veto einlegen kann. 

Der Vorstoß zur Privatisierung von Radio Liechtenstein kam von der 2018 gegründeten Partei Demokraten pro Liechtenstein. Sie setzt sich nach eigenen Angaben für liberale und sozialverträgliche Wirtschaftspolitik und die direkte Demokratie mit Volksabstimmungen ein. Sie fand den öffentlichen Beitrag für den Sender von umgerechnet rund vier Millionen Euro im Jahr zu hoch. Rundfunkgebühren gibt es in Liechtenstein keine.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. November 2024 um 08:15 Uhr.