Das Moorgebiet am Federsee im Morgenlicht - hier könnte das Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben liegen

Baden-Württemberg So könnte das Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben aussehen

Stand: 31.03.2025 10:58 Uhr

Das geplante Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben ist umstritten. Ein Kartenportal im Internet zeigt, wo Gebietsgrenzen und Schutzzonen geplant sind.

Bürgerinnen und Bürger können sich ab Montagnachmittag einen Eindruck von dem geplanten Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben machen. Im Internet stehen dann Karten zur Verfügung, die mögliche Gebietsgrenzen und Schutzzonen aufzeigen. Derzeit befindet es sich noch in der Prüfphase. Das Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben wäre das dritte in Baden-Württemberg, die anderen befinden sich im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb.

Eine Karte zeigt den Entwurf des Biosphärengebiets Allgäu-Oberschwaben

Entwurf der Zonen mit Grundvariante eines möglichen Biosphärengebietes

Karten zeigen Zoneneinteilung im Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben

In dem rund 70.000 Hektar großen Biosphärengebiet sollen verschiedene Aspekte in Einklang gebracht werden: Siedlungen, die Natur, der Tourismus und die Landwirtschaft. Das Gebiet wird daher in drei unterschiedliche Zonen unterteilt.

  • In den sogenannten Kernzonen hat die Natur Vorrang und soll sich möglichst ungestört vom Menschen entfalten - ähnlich wie in einem Naturschutzgebiet
  • In den Pflegezonen geht es um eine schonende Landnutzung. Zudem können sie auch für Menschen Erholung in der Natur bieten
  • In den Entwicklungszonen steht der Mensch im Mittelpunkt. Wert gelegt wird dabei aber auf eine vorbildliche ökologisch ausgerichtete Wirtschaftsentwicklung

Bürger, Kommunen und Unternehmen können auf den Karten nun sehen, in welcher Zone sie wohnen oder wirtschaften. Laut Prozessteam des Biosphärengebietes stellen die Karten eine Diskussionsgrundlage für den weiteren Beteiligungsprozess dar.

Kritik an Plänen für Biosphärengebiet

In der Vergangenheit hatten die Pläne für das Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben immer wieder zu Kritik geführt. Forst- und Landwirte sorgen sich vor zu vielen Naturschutz-Regeln.

Ob die vorgesehenen Kommunen zum Biosphärengebiet gehören wollen, müssen sie selbst entscheiden. Das Umweltministerium plant derzeit zudem eine Ausstiegsklausel, falls Kommunen nach einem Beitritt zum Biosphärengebiet doch zu viele Nachteile sehen.

Sendung am Mo., 31.3.2025 8:30 Uhr, SWR4 BW Studio Friedrichshafen

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