Blick auf den Betriebshof von Brauerei Beck GmbH & Co

Bremen In Bremen und Niedersachsen gibt es mehr Brauereien als vor 30 Jahren

Stand: 21.03.2025 08:50 Uhr

Die Bier-Brauereien in Niedersachsen und Bremen sind in den vergangenen Jahren verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen – nur wenige mussten aufgeben.

Die Brauereien in Bremen und Niedersachsen haben der Corona-Pandemie weitgehend standgehalten. Seit 2020 ist ihre Zahl leicht um 4 auf 84 im vergangenen Jahr gesunken, wie der Deutsche Brauer-Bund (DBB) unter Berufung auf vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamts mitteilte. Dennoch gibt es immer noch deutlich mehr Brauereien als vor drei Jahrzehnten: 1995 lag diese Zahl in Niedersachsen und Bremen bei 40.

Bayern hat die meisten Brauereien

Bundesweit zeigt sich eine besorgniserregende Entwicklung: 77 Brauereien weniger als 2020 gab es im vergangenen Jahr in Deutschland – 45 davon entfielen allein auf Bayern. Allerdings hat der Freistaat mit noch 598 auch die mit Abstand meisten Brauereien. Nach Angaben des DBB trifft der Rückgang auch viele Traditionshäuser. Insgesamt sind es noch 1.459 Braustätten. Grund seien etwa die gestiegenen Energiepreise und die allgemeine Konsumzurückhaltung. Im vergangenen Jahr verkauften deutsche Brauereien erneut weniger Bier. Der Absatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf 8,3 Milliarden Liter und erreichte den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Umstellung auf klimaneutrale Anlagen wird teuer

Hinzu kommt, dass bei vielen Brauereien in den kommenden Jahren große Investitionen anstehen, um bis spätestens 2045 klimaneutral zu werden. "Wer eine Brauerei von Gas auf Strom umstellt, muss die Anlagen zu 80 Prozent neu bauen, wobei manche der benötigten neuen Technologien noch gar nicht entwickelt sind", sagte DBB-Präsident Christian Weber. "Dieser Aspekt spielt für viele Betriebe schon jetzt eine große Rolle bei der Frage, wie sie weitermachen. Ob die Stromkosten planbar sind und wie sie sich entwickeln, wird in den kommenden Jahren zur Schicksalsfrage für die ganze deutsche Brauereilandschaft", betonte Weber.

Bremer Brauereien
In Bremen gab es einst hunderte kleine Brauereien. Heute sind es noch diese vier.

Beck GmbH & Co. KG (AB-Inbev) Bremens größte Brauerei wurde 1873 gegründet. Sie spielt in einer anderen Liga als die lokale Konkurrenz. Mit der Weltmarke "Beck's" und der regionalen Marke "Haake Beck" setzt die Brauerei, die heute zum globalen Bierkonzern ABInbev gehört, allein in Deutschland rund 2,5 Millionen Hektoliter Bier im Jahr ab.
Schüttinger Die Gasthausbrauerei Schüttinger wurde 1990 gegründet hinter dem Schütting in der Bremer Altstadt gegründet. Dort wird Gästen auch das gleichnamige Bier ausgeschenkt. 15 Hektoliter können hier pro Sud gebraut werden.

Bremer Braumanufaktur 2014 gegründet, war die Bremer Braumanufaktur zunächst als so genannte Gypsy-Brauerei unterwegs, die Kapazitäten bei mittelständischen Brauereien anmietet. Seit 2019 produziert die Brauerei auf der Überseeinsel ihre Marke "Hopfenfänger" in einer eigenen Anlage mit gut 5 Hektolitern. Anfang 2024 soll die Kapazität auf dann 15 Hektoliter erweitert werden.

Union Brauerei Die Union Brauerei ist 2015 in Findorff neu gegründet worden. Sie braut 20 Hektoliter im Jahr und hat ihren Sitz im historischen Gebäude der historischen Union Brauerei, die dort von 1907 bis 1968 ansässig war. Seit Juni expandiert die Brauerei an einem weiteren Standort auf dem Geländer er ehemaligen Koggenbräu-Brauerei in Bremerhaven.

Dieses Thema im Programm:
Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 21. März 2025, 7 Uhr