Hamburg Podcast "Feel Hamburg" mit fritz-kola-Gründer Mirco Wiegert
Von bescheidenen Anfängen bis hin zu einem Kultprodukt, das die Hamburger Gastronomie-Kultur prägt – die Geschichte von fritz-kola ist ein inspirierendes Beispiel für unternehmerischen Mut.
"Wir haben mit 7000 Euro, zwei gebrauchten Autos, gebrauchten Handys und gebrauchten Rechnern gestartet", beschreibt Mirco Wiegert die bescheidenen Anfänge des Unternehmens. Anstatt auf teure Design-Agenturen zu setzen, entschieden sich die beiden Gründer, ihr eigenes Logo selbst zu entwerfen. "Eine Logo-Entwicklung an sich ist schon ziemlich teuer. Da haben wir überlegt: Okay, wenn wir unser eigenes Gesicht nehmen, ist es nicht zwangsläufig schön. Aber wir haben ein eigenes Logo und das gratis. Also wir halten auch selber die Rechte daran", erklärt Wiegert mit einem Schmunzeln.
Dieser Beginn war alles andere als glamourös. Die Gründer fotografierten sich gegenseitig im Tischtenniskeller von Wiegerts Studentenwohnung in Othmarschen. "Den Film haben wir bei Budni digital entwickeln lassen. Das war die Zeit vor der Handykamera, und wir haben das am Rechner so zusammengefrickelt, dass es halbwegs okay aussah", erzählt er. Die Etiketten für die ersten Flaschen wurden ebenfalls auf eigene Faust gestaltet, aus kostengünstigen schwarz-weißen Aufklebern und einer "selbstgefrickelten" Typografie.
Pfadfindergeist in der Unternehmenskultur
Diese DIY-Mentalität ist bis heute Teil des Unternehmensgeists. "Was uns geprägt hat, und das prägt uns auch heute noch im Unternehmen, dass wir Gründer Pfadfinder waren. Dieses 'die Welt ein Stückchen besser machen, als wir sie vorgefunden haben'" sei wichtig, betont Wiegert. Das Prinzip zeigt sich nicht nur in der Unternehmensphilosophie, sondern auch in der Verpackungspolitik von fritz-kola. "Wir haben Glas-Mehrwegflaschen, die wir auch in Mitteleuropa gut durchpushen können. Das hilft uns, dass unsere Verpackungen nicht irgendwo rumliegen", erklärt er. Die Idee, Glas-Mehrwegflaschen zu verwenden, geht auf die Zeit zurück, in der Wiegert als Pfadfinder lernte, wie wichtig es ist, die Umwelt zu schonen.
Mit der Sackkarre in die Kneipenkeller
Fritz-kola ist mittlerweile ein Erfolgsunternehmen, aber der Weg dorthin war gepflastert mit Herausforderungen. Wiegert und sein Partner mussten selbst an die Gastro-Chefs herantreten, um ihre Cola in Kneipen und Restaurants unterzubringen. "Wir haben wirklich die Gastronomen selber angesprochen und haben ausgeliefert, weil der Getränkehandel uns damals noch nicht geführt hat. Auf dem Kiez, in der Schanze, Eppendorf, Grindel und so weiter, da habe ich schon fast alle Keller von den Kneipen gesehen", erinnert sich Wiegert. Dieser persönliche Einsatz hat sich ausgezahlt. "Es strengt an, aber du erlebst was. Du erlebst die Leute, die da arbeiten, die herzlich sind, mit denen du noch eine Cola oder einen Kaffee trinkst und einen Plausch hältst. Das ist auch schon eine nette und sehr schöne Arbeitsatmosphäre, an die ich mich gerne zurückerinnere."
Im Gespräch mit Daniel Kaiser erzählt Mirco Wiegert auch von seiner Schwäche für Helene Fischer, dem Karaoke-Singen und warum er Bierbrauer geworden wäre, wenn es mit fritz-kola nicht geklappt hätte.
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Dieses Thema im Programm:
NDR 90,3 | "Feel Hamburg" | 05.03.2025 | 20:00 Uhr