
Niedersachsen Zu viele Windräder: Einspruch gegen Pläne im Landkreis Harburg
Der Landkreis Harburg hat mögliche Flächen für neue Windkraftanlagen identifiziert. Die Windräder sollen vor allem in zwei Samtgemeinden entstehen. Dort regt sich Widerstand. Nun endet die Frist für Einsprüche.
Bis zum 26. März können Bürgerinnen und Bürger ihre Einwände gegen die Pläne des Landkreises Harburg einbringen. Der Landkreis hält vor allem Flächen in den Samtgemeinden Salzhausen und Tostedt als geeignet für neue Windkraftanlagen. Andere Bereiche müssten ausgeschlossen werden, weil dort die Bebauung zu dicht sei, Straßen oder Schienen im Weg stünden oder der Naturschutz eingehalten werden müsse. 13 Bürgerinitiativen wehren sich nun gegen die Pläne.
Windräder, so hoch wie der Hamburger Fernsehturm
Die Bürgerinitiativen haben sich unter dem Namen "Gegenwind Landkreis Harburg" zusammengeschlossen. Sie gehen davon aus, dass im Landkreis Harburg bis zu 350 Windkraftanlagen gebaut werden könnten. Diese seien mit bis zu 280 Metern höher als der Hamburger Fernsehturm. Allein in der Samtgemeinde Salzhausen soll Platz für 130 Windräder sein. "Wir sind nicht gegen die Energiewende, wir sind gegen eine kopflose Umsetzung, die Natur, Gesundheit und Gemeinwohl gefährdet", sagt Initiativensprecherin Adelheid Danzer. Die Bürgerinitiativen kritisieren zudem, dass in Niedersachsen die nötige Infrastruktur für derart viele Windräder fehle. Die erzeugten Strommengen könnten gar nicht gespeichert und genutzt werden. Die Samtgemeinde hat als Kompromiss vorgeschlagen, drei statt der bisher vorgesehenen neun Prozent der Gemeindefläche für Windkraftanlagen zur Verfügung zu stellen.
Niedersachsen will Fläche für Windenergie verdoppeln
Das Land Niedersachsen verdoppelt mit dem neuen Windgesetz seine Flächen, auf welchen künftig Energie durch Wind produziert werden soll. Insgesamt sollen 2,2 Prozent der Landesfläche dafür bereitgestellt werden. Um das zu erreichen, müssen die Landkreise entsprechende Flächen ausweisen. Das Umweltministerium und die Landkreise hatten sich in einer Debatte geeinigt, dass diese Fläche maximal vier Prozent der Landkreisfläche betragen soll - im Landkreis Harburg wären das bis Ende 2032 insgesamt knapp 4.000 Hektar. Derzeit können auf etwa 500 Hektar Windenergieanlagen gebaut werden, so der Landkreis.
Einwände solle geprüft werden
Der Landkreis Harburg möchte den Ausbau der Windenergie so gut es geht selbst steuern. Denn sollten nicht genügend Flächen ausgewiesen werden, dann könnten Anlagen überall im Außenbereich, wo dies gesetzlich nicht untersagt ist, errichtet werden. Laut Landkreis könnten sie dann auch wesentlich näher an Siedlungen heranrücken. Die Einwände zum aktuellen Plan sollen nun geprüft werden und Ende April im Kreisauschuss diskutiert werden, so ein Kreissprecher.
Bundesweit mehr Windkraftanlagen genehmigt
In Norddeutschland stehen bisher schon die meisten Windkraftanlagen und hier wird auch weiter ausgebaut. Niedersachsen hat im vergangenen Jahr 1,6 Gigawatt Windkraft-Leistung genehmigt. Mehr waren es nur in Nordrhein-Westfalen (3,4 Gigawatt). Bundesweit wurden 48 Prozent mehr Windkraft-Leistung genehmigt. Laut Experten ist der Anstieg bei den Genehmigungen das Resultat der gesetzlichen Änderungen durch die Ampel-Regierung.
Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Niedersachsen | Regional | 26.03.2025 | 15:00 Uhr