
Rheinland-Pfalz Prozess um Brandstiftung in Jugendhilfeeinrichtung in Badenheim
Eine Mutter will ihren Sohn aus einer Wohngruppe im Kreis Mainz-Bingen holen. Als ihr das verweigert wird, soll sie versucht haben, das Gebäude anzuzünden. Am Dienstag sollte eigentlich im Prozess gegen die Frau ein Urteil fallen, er wird aber fortgesetzt.
Der Prozess wegen versuchter schwerer Brandstiftung läuft seit Ende Februar am Mainzer Landgericht. Am Dienstag gab es einen weiteren Verhandlungstag.
Zugetragen hat sich der Fall laut Staatsanwaltschaft vor gut einem Jahr. Damals war der heute 40-jährigen Angeklagten das Sorgerecht für ihren Sohn entzogen worden. Der Junge wurde in einer Wohngruppe einer Jugendhilfeeinrichtug in Badenheim (Kreis Mainz-Bingen) untergebracht.
Benzin vergossen und angezündet
Die 40-Jährige wollte offenbar nicht akzeptieren, dass ihr Sohn nicht bei ihr bleiben durfte. Sie ging zur Wohngruppe und wollte ihren Sohn wieder mitnehmen. Außerdem verlangte sie laut Anklage, dass ein Gutachten herausgegeben wird.
Eine Betreuerin der Einrichtung verweigerte aber beides und schickte die Frau weg. Daraufhin soll die Angeklagte mehrere Flaschen mit Benzin im Bereich der Eingangstür ausgeschüttet und angezündet haben.
Betreuerinnen und Kinder flüchten durch Fenster
Zwei Betreuerinnen und fünf Kinder flüchteten durch ein Fenster im Erdgeschoss. Ein größeres Feuer brach allerdings nicht aus, laut Anklage wurde nur eine Tür beschädigt.
Angeklagte soll psychische Probleme haben
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Angeklagte psychische Probleme hat. Das Gericht muss nun entscheiden, ob sie so gefährlich ist, dass sie in einer geschlossenen Klinik untergebracht werden muss. Dafür wird vor Gericht auch eine Gutachterin gehört. Deren Ausführungen werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass am Dienstag kein Urteil mehr zu erwarten ist.
Sendung am Di., 25.3.2025 6:00 Uhr, SWR4 RP am Morgen, SWR4 Rheinland-Pfalz