Wolodymyr Selenskyj
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Krieg gegen die Ukraine ++ Arbeitsgruppen sollen Friedenstruppe vorbereiten ++

Stand: 04.04.2025 22:13 Uhr

Laut Präsident Selenskyj sollen Arbeitsgruppen die Bildung einer internationalen Truppe zur Sicherung einer Waffenruhe vorbereiten. Der innere Kreis um US-Präsident Trump rät ihm offenbar vorerst von einem Telefonat mit Kremlchef Putin ab.

Die wichtigsten Entwicklungen:

Russlands Verteidigungsministerium hat mitgeteilt, mit einer Rakete eine Gruppe ukrainischer Soldaten mit ausländischen Ausbildern in der Großstadt Krywyj Rih getroffen zu haben. "Bei dem Angriff wurden bis zu 85 Soldaten und Offiziere aus dem Ausland sowie bis zu 20 Fahrzeuge zerstört", so das Ministerium auf Telegram. Nach ukrainischen Angaben wurde bei dem Angriff auf die Stadt im Zentrum des Landes ein Wohnviertel getroffen, mindestens 16 Menschen seien getötet worden. Unter den Opfern seien sechs Kinder.

Konfliktparteien als Quelle
Angaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland die bewusste Kriegsführung gegen Städte und andere zivile Einrichtungen vorgeworfen. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe das russische Militär Angriffe auf die Städte Krywyj Rih und Charkiw sowie ein Kraftwerk in Cherson lanciert - trotz einer Abmachung zum Schutz von Energieanlagen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. "Alle russischen Versprechen enden mit Raketen und Drohnen, Bomben oder Artillerie", fügte er hinzu.

Beim jüngsten Angriff auf Krywyj Rih mit mindestens 14 Toten sei eine Rakete im Wohngebiet bei einem Kinderspielplatz eingeschlagen. Unter den Opfern seien auch sechs Kinder. In Charkiw liefen derweil nach nächtlichen russischen Drohnenangriffen mit fünf Toten und 34 Verletzten immer noch die Bergungsarbeiten. Auch der Treffer mit einer per Kamera gesteuerten Drohne in einem Kraftwerk könne kein Zufall sein - "die Russen wissen, dass es sich um eine Energieanlage handelt und diese Anlagen gemäß den Versprechen Russlands gegenüber der amerikanischen Seite vor jeglichen Angriffen geschützt werden müssen", warf er Russland vor.

Arbeitsgruppen sollen bei wöchentlichen Treffen die Bildung einer internationalen Truppe zur Sicherung eines Waffenstillstands nach einem Abkommen zwischen der Ukraine und Russland ausarbeiten. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach einem Treffen mit den Militärchefs Frankreichs und Großbritanniens in Kiew. Ein Ergebnis könne innerhalb eines Monats erzielt werden.

Russlands Präsident Wladimir Putin lehnt die Stationierung einer internationalen Truppe mit der Bereitschaft zu Kampfeinsätzen ab. Selenskyj erklärt weiter, direkte Verhandlungen der Ukraine mit Russland machten keinen Sinn, solange Russland nicht zu einem Waffenstillstand ohne Vorbedingungen bereit sei.

Die Zahl der Toten nach einem russischen Angriff auf ein Wohngebiet im ukrainischen Krywyj Rih ist nach Angaben des Leiters der Militärverwaltung der Stadt, Oleksandr Wilkul, auf mindestens 14 gestiegen. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb bei Telegram von 14 Toten, "darunter sind auch sechs Kinder".

Getroffen worden sei eine gewöhnliche Stadt, der Schlag sei gegen eine belebte Straße und Wohnhäuser geführt worden, beklagte Selenskyj. "Es gibt nur einen Grund, warum das weitergeht: Russland will keine Feuerpause, und wir sehen das." Der ukrainische Staatschef forderte, den Druck auf Moskau zu erhöhen: Amerika, Europa und der Rest der Welt hätten genügend Möglichkeiten, um Russland zu zwingen, Terror und Krieg einzustellen.

Bei einem russischer Raketenangriff sind nach Angaben ukrainischer Behörden in Krywyj Rih mindestens zwölf Menschen getötet worden, darunter mehrere Kinder. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden, schrieb der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Oleksandr Wilkul, bei Telegram. Seinen Angaben nach schlug die Rakete mitten in einem Wohngebiet ein.

Die Stadt Krywyj Rih im Zentrum der Ukraine wird seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine regelmäßig von der russischen Armee beschossen. Sie liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich der Frontlinie und zählte vor dem Krieg mehr als 600.000 Einwohner.

Polen plant eine Informationskampagne, um Migranten vom Übertritt über die polnisch-belarussische Grenze in die Europäische Union abzuhalten. "Wir werden bald eine Informationskampagne in sieben Ländern starten, aus denen die meisten Migranten stammen, die versuchen, illegal die polnische Grenze zu überschreiten", teilte der polnische Ministerpräsident Donald Tusk im Onlinedienst X mit.

Tusk sagte nicht, welche sieben Länder Ziel der Kampagne seien. Im Mai vergangenen Jahres hatte er Somalia, Eritrea, den Jemen und Äthiopien als diejenigen Länder erwähnt, aus denen Russland mutmaßlich Migranten "rekrutiert". Diese würden nach Moskau geflogen, um sie dann nach Belarus zu bringen. Die polnische Regierung wirft dem Nachbarland Belarus und dessen Verbündetem Russland vor, gezielt Migranten zum Übertritt über die polnische Grenze zu verleiten, um damit Polen politisch destabilisieren zu wollen. Belarus und Russland bestreiten dies. 

Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew hat nach Gesprächen in Washington Sicherheitsgarantien für die Ukraine nicht ausgeschlossen. Er habe sich auf Wirtschaft fokussiert und könne nur hypothetisch über dieses spezielle Thema sprechen, sagte der Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin in einem Interview mit dem Sender Fox News. "Aber ich denke, dass die Ukraine der NATO beitritt, ist, wie unser Präsident sagte, überhaupt nicht möglich."

Das sei weitgehend akzeptiert worden, auch von der Trump-Administration. "Wissen Sie, manche Sicherheitsgarantien in irgendeiner Form könnten akzeptabel sein", führte er aus, bevor er mit einer Frage zu Putins Bereitschaft zu einem Deal unterbrochen wurde.

Moskau bremste später den Austausch über mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Das sei ein sehr schwieriges Thema, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. "Das ist Gegenstand der Verhandlungen und Beratungen." Vorläufig sei es nicht möglich, über irgendetwas Konkretes in diesem Kontext zu sprechen.

Angesichts des Hin und Her bei den Gesprächen mit Russland über eine Waffenruhe in der Ukraine hat US-Außenminister Marco Rubio für die nächsten Wochen eine Entscheidung hinsichtlich weiterer Verhandlungen angemahnt. US-Präsident Donald Trump werde "nicht in die Falle endloser Verhandlungen" laufen, hob Rubio nach dem NATO-Außenministertreffen in Brüssel hervor.

Er betonte, Trump werde nicht in die Fall von "endlosen Verhandlungen über Verhandlungen" gehen. "Wir werden früh genug wissen, innerhalb von Wochen, nicht Monaten, ob Russland es ernst meint mit Frieden oder nicht", fügte er hinzu. 

Die Ukraine bekommt von Deutschland Unterstützung für den Zugang zum europäischen Satellitensystem Eutelsat. Eutelsat-Chefin Eva Berneke sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass Deutschland seit einem Jahr Kosten der Ukraine dafür trage. Das Auswärtige Amt in Berlin war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Ukraine nutzt vor allem das Satellitennetz Starlink des US-Techunternehmers Elon Musk, das gerade bei der schnellen militärischen Kommunikation wichtig für die Armee ist. Starlink hat ein weit dichteres Netz als Eutelsat, die Satelliten sind zudem moderner und damit ist die Internet-Kommunikation über sie deutlich schneller. Allerdings waren zuletzt Zweifel aufgekommen, ob die US-Regierung und auch Musk das Land weiter so unterstützen werden. Eutelsat ist ein französisches, börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Paris. Es soll weiter ausgebaut werden und auch die Ukraine wolle die Nutzung ausweiten.

In der ostukrainischen Stadt Dnipro ist ein Lokalpolitiker bei der Explosion seines Autos getötet worden. Wie die ukrainische Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden Ermittlungen wegen eines "Terroranschlags" eingeleitet. Der Mann habe sich zusammen mit seiner Frau in dem Wagen befunden, als dieser explodierte. Die Frau wurde demnach verletzt und wird im Krankenhaus behandelt. Die Polizei sei vor Ort, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. 

Derzeit werde in zwei Richtungen ermittelt, teilte die Polizei mit. Zum einen vermute man einen Anschlag "auf Anordnung der russischen Geheimdienste". Hinter dem Angriff könnte aber auch eine persönliche Fehde des Lokalpolitikers stecken. 

Bei dem Getöteten handelt es sich nach Angaben der Partei Proposyzija um Jurij Fedko, Mitglied des Stadtrats von Dnipro. Der Partei zufolge erlag er im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Russland hat nach eigenen Angaben einen Soldaten wegen der mutmaßlichen Vorbereitung eines Anschlags im Auftrag der Ukraine festgenommen. Der 49-jährige russische Soldat habe geplant, sich in der Nähe einer Kaserne in der Region um Moskau in die Luft zu sprengen, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Durch die Festnahme sei eine "von der Ukraine geplante terroristische Tat" verhindert worden.

Das russische Ermittlungskomitee veröffentlichte ein Video, welches das Verhör des Soldaten zeigen soll. Der mutmaßliche Täter sagt darin, ein Mitarbeiter des ukrainischen Geheimdienstes habe ihn aufgefordert, sich Sprengstoff umzubinden und sich in der Nähe seiner Kaserne in die Luft zu sprengen. Ihm sei versprochen worden, dass seine Kinder in westliche Länder gebracht würden. Bei einer Verurteilung droht dem mutmaßlichen Täter eine Gefängnisstrafe von bis zu 20 Jahren. 

Seit dem Beginn der russischen Offensive in der Ukraine vor mehr als drei Jahren sind in Russland immer wieder Menschen wegen einer mutmaßlichen Zusammenarbeit mit ukrainischen Geheimdiensten festgenommen worden. Kiew äußert sich selten zu angeblichen Spionage- oder Sabotageaktivitäten in Russland.

Deutschland will anders als einige andere NATO-Staaten am Verbot von Antipersonenminen festhalten. "Die Haltung der Bundesregierung zur Ottawa-Konvention ist unverändert", sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin. Dieser Vertrag verbietet den Einsatz, die Lagerung, die Herstellung und die Weitergabe von Antipersonenminen und regelt gegebenenfalls deren Vernichtung. Deutschland hatte die Ottawa-Konvention 1998 ratifiziert.

Schon zuvor waren Bestände von Antipersonenminen, sogenannten Landminen, der Bundeswehr vernichtet worden. "Wir sind Vertragsstaat und wir halten uns an die Vereinbarungen", bekräftigte nun die Außenamts-Sprecherin.

Hintergrund sind Ankündigungen Polens, der baltischen Staaten sowie Finnlands, vor dem Hintergrund der Bedrohung durch Russland von der Konvention abzurücken. Die russischen Streitkräfte setzen selbst in großem Umfang Antipersonenminen ein. Das Land ist der Konvention nie beigetreten, ebenso wie auch die USA. 

Die Ukraine ist Vertragsstaat, verwendet aber nach eigenem Bekunden inzwischen ebenfalls Antipersonenminen unter bestimmten Voraussetzungen. Andere Minentypen, etwa zur Abwehr von Panzern, werden von der Konvention nicht erfasst.

Laut dem Kreml gibt es - trotz des Besuchs von Putins Investitionsbeauftragtem in Washington, der als Grund für "vorsichtigen Optimismus" bezeichnet wurde - keine Pläne für ein weiteres Telefongespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem US-Amtskollegen Donald Trump.

NBC News hatte zuvor berichtet, dass Trumps innerer Kreis ihm rät, erst dann wieder mit Putin zu sprechen, wenn sich der russische Staatschef zu einem vollständigen Waffenstillstand in der Ukraine verpflichtet hat. Putin hat dazu eine lange Liste von Bedingungen vorgelegt, die im Westen als Hinhaltetaktik bewertet wird.

Kirill Dmitriev, Putins Investitionsbeauftragter, sagte am Donnerstag, er sehe eine "positive Dynamik" in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington, nachdem er zwei Tage lang in Washington getagt habe. Es seien aber weitere Treffen nötig, um Differenzen zu beseitigen. Auf die Frage, ob Putin und Trump nun telefonisch miteinander sprechen würden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow zu Reportern: "Nein, es gibt keine Pläne für die nächsten paar Tage. Der Zeitplan sieht im Moment nichts vor."

Deutschland hebt angesichts des Beharrens der USA auf deutlich höhere Verteidigungsausgaben die gestiegenen Anstrengungen der Europäer für das transatlantische Bündnis hervor. "Eine europäische Solidarität in dieser Form für die Ukraine hat es aus meiner Sicht in den letzten Jahren so noch nicht gegeben", sagte die geschäftsführende deutsche Außenministerin Annalena Baerbock zu Beginn des zweiten Tages der Beratungen der NATO-Außenminister mit ihrem US-Kollegen Marco Rubio in Brüssel.

Durch weitere Zusagen Deutschlands und vieler anderer Staaten sei man bei den Verteidigungsausgaben auf einem Pfad von über drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes aller Europäer, sagte Baerbock. Diesen Pfad werde man weitergehen. Die verstärkten Investitionen der Europäer seien "auch Investitionen in die gemeinsame transatlantische Sicherheit".

Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Kreml-Angaben noch kein Signal der Europäer für mögliche Gespräche über ein Ende des mehr als drei Jahre währenden Ukraine-Krieges erhalten. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. "Bislang gab es keinerlei Signale", sagte Peskow. Er bezog sich vor allem auf Äußerungen des finnischen Präsidenten Alexander Stubb. Dieser hatte gesagt, dass ein oder zwei Länder für alle europäischen Unterstützer der Ukraine mit Moskau verhandeln sollten - am ehesten Frankreich oder Großbritannien. Russland wiederum betrachtet bislang nur die USA als Gesprächspartner über den Krieg - nicht die Europäer und auch nicht die Ukraine selbst.

Mehrere europäische NATO-Länder haben Russland vorgeworfen, die Bemühungen der USA für eine Waffenruhe in der Ukraine zu torpedieren. Der britische Außenminister David Lammy betonte, Putin "verschleiert weiterhin die Lage und verzögert den Prozess". Russlands Präsident könnte einer Waffenruhe zustimmen, "bombardiert jedoch weiterhin die Ukraine, ihre Zivilbevölkerung und ihre Energieversorgung. Wir durchschauen Sie, Wladimir Putin, wir wissen, was Sie tun", sagte Lammy.

Frankreichs Außenminister Jean-Noel Barrot erklärte, Moskau "schulde den Vereinigten Staaten eine Antwort, die sehr hart an einem Vermittlungsversuch und einem Waffenstillstandsvorschlag gearbeitet haben". Die kanadische Außenministerin Melanie Joly forderte, eine Frist für Russlands Antwort auf das Waffenstillstandsangebot festzulegen.

Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht auf Freitag 107 ukrainische Drohnen abgeschossen. Der heimischen Transportbehörde zufolge wurden zudem die Moskauer Flughäfen Wnukowo, Domodedowo und Schukowski vorübergehend geschlossen. Einige Stunden später seien diese wieder für Abflüge geöffnet worden.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ist zuversichtlich, dass die USA in den Gesprächen mit Russland die Positionen der Ukraine und Europas respektieren. Außenminister Marco Rubio habe zugesichert, keine Zugeständnisse zu machen, die rote Linien überschritten, sagt Kallas beim Treffen der NATO-Außenministerinnen und Außenminister in Brüssel.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die südrussische Grenzregion Brjansk ist nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Zivilist getötet und ein weiterer verletzt worden. Die beiden Dorfbewohner hätten Splitterverletzungen erlitten, schreibt Gouverneur Alexander Bogomas auf der Messenger-App Telegram.

Die NATO-Staaten sind nach den Worten von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock auf bestem Weg, ihre Verteidigungsausgaben auf über drei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung zu erhöhen. Zugleich mahnt Baerbock beim Treffen der NATO-Außenministerinnen und Außenminister in Brüssel, der russische Präsident Wladimir Putin sei an einem Frieden in der Ukraine nicht interessiert. Stattdessen spiele er auf Zeit und stelle immer neue Forderungen.

Bei russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine sind laut örtlichen Behördenangaben in der Stadt Charkiw im Osten des Landes mindestens vier Menschen getötet und mehr als 30 verletzt worden. Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, schrieb am Freitag bei Telegram, es gebe "leider bereits vier Tote". Zuvor waren drei Todesopfer gemeldet worden. Seinen Angaben zufolge gab es zudem 32 Verletzte. Der Gouverneur von Charkiw bezifferte die Zahl der Verletzten mit 35. In den ukrainischen Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja und Kiew wurden laut Behördenangaben ebenfalls sechs Menschen bei Angriffen verletzt. Auch hier wurde Russland verantwortlich gemacht.

Derweil meldete das russische Verteidigungsministerium in Moskau, dass in der Nacht 107 ukrainische Drohnen durch die Flugabwehr abgefangen und zerstört worden seien, darunter 34 über der westrussischen Region Kursk. Zudem erklärte der Gouverneur der russischen Grenzregion Brjansk auf Telegram, dass ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Dorf getötet worden sei. Ein weiterer Mensch wurde demnach verletzt.

Der innere Kreis von US-Präsident Donald Trump rät ihm offenbar von einem Telefonat mit Wladimir Putin vorerst ab. Der russische Präsident sollte sich laut Trumps Beratern erst zu einem vollständigen Waffenstillstand mit der Ukraine verpflichten, berichtete NBC News unter Berufung auf Regierungsmitglieder. Trump sagte NBC News am Sonntag, er wolle in dieser Woche mit Putin sprechen.

Der Investitionsbeauftragte des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, hat den Beziehungen zwischen Moskau und Washington eine positive Richtung zugeschrieben. "Ohne Zweifel stellen wir eine positive Dynamik in unseren Beziehungen fest", zitierten ihn russische Nachrichtenagenturen am Donnerstag (Ortszeit) nach einem Treffen mit Vertretern der Trump-Regierung in Washington. Es werde noch eine Reihe von Treffen brauchen, um alle unsere Differenzen zu beseitigen, fügte er hinzu. Jedoch sei die Hauptsache, dass beide Staaten eine positive, kreative Haltung hätten.

"Wir sehen ganz klar, dass die Regierung des Präsidenten darauf bedacht ist, Fragen zu lösen, im Gegensatz zu Ex-Präsident Biden. Sie verhalten sich mit großem Respekt, stellen viele Fragen und finden Kompromisse", wurde Dmitrijew zitiert. Zum Thema Ukraine-Krieg sagte der russische Gesandte, dass es zwischen den USA und Russland noch Differenzen gebe, aber eine diplomatische Lösung zur Beendigung des Krieges in der Ukraine möglich sei. "Ich denke, dass wir jetzt mit der Trump-Regierung darüber nachdenken, was möglich ist, was wirklich funktionieren kann und wie wir eine langfristige Lösung finden können", sagte Dmitrijew gegenüber CNN nach den Gesprächen mit der Regierung in Washington.

Bei russischen Drohnenangriffen sind nach ukrainischen Angaben mindestens drei Menschen in Charkiw im Osten der Ukraine getötet worden. 32 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Rettungsdienst im Onlinedienst Telegram mit. Darunter sei auch ein Kind. In den ukrainischen Regionen Dnipro, Saporischschja und Kiew seien zudem fünf weitere Menschen verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit, die ebenfalls Russland verantwortlich machten.

Rettungskräfte arbeiten in Charkiw an einem Wohnhaus, das durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt wurde

Rettungskräfte arbeiten in Charkiw an einem Wohnhaus, das durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt wurde.

Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt Moskau, Sergej Sobjanin, hat mitgeteilt, dass russische Luftabwehreinheiten eine Drohne im Anflug auf die Stadt abgeschossen haben. "Luftabwehreinheiten des Verteidigungsministeriums haben einen Angriff einer Drohne abgewehrt, die auf Moskau zuflog", schrieb Sobjanin in der Nachrichten-App Telegram und fügte hinzu, dass nun Spezialisten an den Stellen arbeiteten, wo Fragmente abgestürzt sind

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. April 2025 um 07:20 Uhr.