Schauer

Wetterthema Wunschwetter

Stand: 01.04.2025 09:03 Uhr

Kann gemeinsames Wünschen das Wetter beeinflussen?

Von Tim Staeger, ARD-Wetterkompetenzzentrum

Die School for Advanced Studies in Albuquerque (New Mexico, USA) hat neulich die Ergebnisse einer breit angelegten Studie veröffentlicht. Demnach soll der kollektive Wunsch möglichst vieler Menschen das Wetter beeinflussen.

In einem aufwändigen Versuch wurden alle Einwohner New Mexicos gebeten sich zur selben Tageszeit zwei Minuten lang sehnlichst Regen zu wünschen. Daraufhin braute sich über den ausgetrockneten Hochebenen des US-Bundesstaates eine gewaltige Gewitterzelle zusammen, die dann endlich das lang ersehnte Nass brachte. Die Leiter der Forschungseinrichtung waren begeistert. Jedoch sagte ein Sprecher eines nahegelegenen Navajo-Reservates, dass sein Volk diesen Effekt schon seit Jahrhunderten kenne und bereits verschiedene Tänze für unterschiedliche Wetterwünsche anwende.

Hierzulande dürfte dies wahrscheinlich nur am 1. April funktionieren. Ansonsten müssen wir uns leider mit dem von Petrus Gebotenen arrangieren. Regen ist in den nächsten Tagen jedenfalls nicht im Angebot, dafür reichlich Sonnenschein bei einem bis Freitag weiter ansteigendem Temperaturniveau.

Dabei wären Niederschläge hierzulande durchaus wünschenswert, denn im März betrug das Defizit bundesweit etwa 70 Prozent. In Niedersachsen fielen im Flächenmittel sogar nur 8 Liter pro Quadratmeter Regen, normal wären 55. Noch nie seit Messbeginn im Jahr 1881 war es im März hier so trocken.

Dadurch beginnen die Böden bereits schon wieder auszutrocknen. Im Norden liegt die Bodenfeuchte in den oberen Bodenschichten bereits schon wieder 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel. In den tiefen Schichten ist jedoch aufgrund der nassen Vorgeschichte noch ausreichend Feuchtigkeit vorhanden. Verursacht wurde die Trockenheit von vielen Hochdruckgebieten, welche atlantische Tiefs und deren Regenfronten abblockten und weit nach Norden sowie ins Mittelmeer umlenkten.

Das erklärt auch die ungewöhnlich hohe Sonnenausbeute: Deutschlandweit wurden 199 Stunden Sonnenschein verzeichnet, normal wären 111. Nur in März 2022 war es mit 235 Stunden noch sonniger. Zudem verlief der vergangene Monat auch  sehr mild: Das Temperaturniveau lag 1,5 Grad über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020.

Gerade zu Beginn der Vegetationsperiode ist der Feuchtigkeitsbedarf der Pflanzenwelt hoch. Da wären ergiebige Niederschläge durchaus zuträglich. Wenn sich das alle gleichzeitig wünschen würden, wer weiß …