Autos sind vor einem Stellantis-Automontagewerk in Mexiko geparkt.

Trumps Zoll-Politik Deutsche Autobauer in Mexiko unter Druck

Stand: 04.04.2025 14:44 Uhr

Mexikos Ausschluss von den gegenseitigen Zöllen, die US-Präsident Trump erlassen hat, lässt die Mexikaner erstmal aufatmen. Doch die Autobauer in Mexiko, darunter auch deutsche Hersteller, haben allen Grund, nervös zu sein.

Von Anne Demmer, ARD Mexiko City

In ihrer morgendlichen Pressekonferenz hat die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum noch die guten Beziehungen zu den USA gelobt. Sie basierten auf der Achtung der Souveränität und der guten Zusammenarbeit, so Sheinbaum. So ist Mexiko von einem Teil der gegenseitigen Zölle, die US-Präsident Trump in den vergangenen Wochen verhängt hat, verschont geblieben.

Die Autobauer in Mexiko, darunter auch deutsche Hersteller, werden allerdings doch mit 25 Prozent zur Kasse gebeten. Sheinbaum versuchte trotzdem, Optimismus zu verbreiten. "Im schlimmsten Fall bleiben die Zölle für die Automobilindustrie, aber dann wird Mexiko immer noch den Standortvorteil haben – die Nähe zu den USA. Und wir glauben, dass wir immer noch bessere Konditionen verhandeln können", erklärte die mexikanische Präsidentin.

Sie sei auch in Kontakt mit den drei großen Autobauern Mercedes, BMW und Volkswagen. Ihnen empfehle sie, im Rahmen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens zu exportieren. "Das bedeutet, dass sie einen größeren Anteil in Nordamerika produzieren müssten", so Sheinbaum.

Zölle trotz Freihandelsabkommen

Mexiko hat zusammen mit Kanada und den Vereinigten Staaten ein Freihandelsabkommen geschlossen, 50 Prozent der Lieferungen von mexikanischen Produkten in die USA profitieren davon. Doch so eindeutig scheint die Sachlage nicht zu sein.

Das nordamerikanische Freihandelsabkommen hat eigentlich Importe von Zöllen befreit, wenn der Wertschöpfungsanteil in Nordamerika bei mindestens 75 Prozent liegt, ein Produkt also zum größten Teil in der Region produziert wurde. US-Präsident Trump verhängte nun aber trotzdem Zölle von 25 Prozent auf Autoimporte. Damit verstößt er gegen das Abkommen mit Mexiko und Kanada, das er selbst während seiner ersten Amtszeit ausgehandelt hatte.

Herausforderung Motorenproduktion

Aber selbst, wenn sich das Blatt zugunsten der Autobauer wenden sollte, stünden die deutschen Unternehmen vor der Herausforderung, die Bedingungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens zu erfüllen, erklärt Johannes Hauser, Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer.

"Der Punkt ist, dass diese 75 Prozent der Wertschöpfung nur dann zu erreichen sind, wenn die Unternehmen innerhalb des Wirtschaftsraumes Nordamerika auch eine Motorenproduktion unterhalten. Das ist bei den Premiumanbietern nicht der Fall." Die Motoren würden importiert – in die USA, aber auch nach Mexiko. Eine Verlagerung des Standortes sei kostspielig und natürlich auch nicht von heute auf morgen zu stemmen, so Hauser.

Freihandelsabkommen vor Neuverhandlung

Trump drohte bereits, das Abkommen mit Mexiko und Kanada zu beenden. Doch auch die US-amerikanischen Unternehmen seien darauf angewiesen, sagt Hauser. "Weil die Integration des Wirtschaftsraums Nordamerika so weit fortgeschritten ist, dass es wirklich selbstzerstörerische Effekte hätte, wenn man das Abkommen in Frage stellen würde."

Im nächsten Jahr soll es eigentlich neu verhandelt werden. Experten raten Mexiko, so schnell wie möglich mit den Verhandlungen zu beginnen, um die Gespräche mit den USA von der Zoll-Vermeidung auf ein erneuertes Handelsabkommen zu verlagern.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. April 2025 um 20:00 Uhr.