Keir Starmer und Donald Trump sprechen bei einer Pressekonferenz in Washington

Treffen von Starmer und Trump Viele Komplimente, wenig Konkretes

Stand: 28.02.2025 10:14 Uhr

Der britische Premier Starmer hat mit US-Präsident Trump über einen Ukraine-Frieden gesprochen. Er forderte Sicherheitsgarantien für Kiew. Heute ist Präsident Selenskyj bei Trump - es geht auch um das Rohstoffabkommen.

Der britische Premier Keir Starmer ist bereits der zweite europäische Regierungschef, der in dieser Woche nach Washington geflogen ist, um US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus zu treffen. Und wie beim Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Montag war das Hauptthema der Gespräche der Krieg gegen die Ukraine.

Gleich zu Beginn des Treffens überreichte Starmer Trump einen Brief des britischen Königs Charles III. Mit einer Einladung zum Staatsbesuch nach London - als erster Staatschef in der Geschichte, dem diese Ehre ein zweites Mal zuteilwird.

Trump nahm die Einladung sogleich an und revanchierte sich mit dem Aufstellen einer Büste von Winston Churchill in seinem Büro, dem Oval Office. Doch große Gesten und warme Komplimente konnten nicht über die Differenzen beim Thema Ukraine hinwegtäuschen.

Beim Treffen zwischen britischem Premier Starmer und US-Präsident Trump ist Friedenslösung im Ukraine-Krieg zentrales Thema gewesen

tagesschau, 28.02.2025 05:30 Uhr

Großbritannien fordert Sicherheitsgarantien

Ebenso wie Frankreich und die Ukraine selbst fordert auch das Vereinigte Königreich: "Boots on the ground, planes in the air", also "Stiefel auf dem Boden, Flugzeuge in der Luft". Gemeint sind damit konkrete militärische Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Nur so könne ein Frieden in der Ukraine geschlossen werden und Bestand haben.

Die USA sind zurückhaltend: Zuerst brauche es einen Deal über einen Waffenstillstand, dann könne eine Entscheidung über ausländische Friedenstruppen getroffen werden.

Von Europas Warnungen vor der russischen Aggression zeigte sich Trump unbeeindruckt. Er sei überzeugt, dass Russlands Präsident Wladimir Putin sich an eine Waffenruhe halten werde. "Ich glaube, dass wir einen sehr erfolgreichen und lang anhaltenden Frieden haben werden, der hoffentlich schnell eintreten wird", sagte er. Warum das diesmal so sein sollte, anders als bei vorhergehenden Abkommen, ließ der US-Präsident allerdings offen.

Selenskyj zu Besuch in Washington

Die direkten Gespräche zwischen Moskau und Washington hatten in Europa zuletzt Besorgnis ausgelöst: Was, wenn Trump und Putin gemeinsam die Ukraine dazu zwingen, Gebiete an Russland abzutreten?

Um solche Zugeständnisse zu verhindern, besucht heute auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj das Weiße Haus. Den hatte Trump erst kürzlich einen "Diktator" genannt. Heute könne er nicht glauben, so etwas je gesagt zu haben, sagte Trump.

Ukraines Präsident Selenskyj will Friedensabkommen mit US-Präsident Trump unterzeichnen

Torben Börgers, ARD Washington, tagesschau, 28.02.2025 12:00 Uhr

Erste Entwürfe zu Rohstoffdeal

Bei Selenskyjs Besuch geht es vor allem um ein Abkommen über Rohstoffe zwischen den USA und der Ukraine, das beide Präsidenten unterzeichnen sollen. Der genaue Inhalt des Vertrages ist noch nicht öffentlich, aber es kursieren Entwürfe.

Demnach soll ein gemeinsamer Fonds zum Wiederaufbau der Ukraine aufgelegt werden. Gefüllt werden soll er, indem beide Länder gemeinsam auf ukrainischem Gebiet seltene Rohstoffe fördern. Viele Gebiete, in denen diese vorkommen, sind heute jedoch von Russland besetzt.

Samuel Jackisch, ARD Washington, tagesschau, 28.02.2025 09:12 Uhr

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Februar 2025 um 10:00 Uhr.