Auf diesem von der Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichten Foto transportieren Mitglieder eines Such- und Rettungsteams eine Überlebende aus einem eingestürzten Gebäude.

Erdbeben in Myanmar und Thailand Rettung nach 60 Stunden unter Trümmern

Stand: 31.03.2025 08:59 Uhr

In Myanmar sind mehrere Verschüttete nach rund 60 Stunden aus den Trümmern gerettet worden. Derweil steigen die Todeszahlen in dem Bürgerkriegsland weiter. Nachbeben sorgen in Bangkok für Evakuierungen.

Rund 60 Stunden nach dem schweren Erdbeben in Myanmar haben Rettungskräfte drei Verschüttete aus den Trümmern gerettet, darunter ein fünfjähriges Kind. Zudem seien eine schwangere Frau und eine 29-Jährige von chinesischen Einsatzkräften lebend gerettet worden. Sie lagen unter dem eingestürzten Hochhaus "Sky Villa Condo" in der Stadt Mandalay begraben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Myanmar Now unter Berufung auf die chinesische Botschaft in Myanmar. 

In der Zwischenzeit ist die Zahl der Toten in Myanmar nach Angaben der regierenden Militärjunta auf mehr als 1.700 angestiegen. Weitere 3.400 Menschen wurden verletzt, mehr als 300 werden vermisst, wie Regierungssprecher Zaw Min Tun im Staatsfernsehen mitteilte. Im Krisenland Myanmar, wo eine brutale Militärjunta regiert und der Informationsfluss schwierig ist, ist die aber Situation unübersichtlich.

WHO ruft höchste Notfallstufe aus

Das Erdbeben der Stärke 7,7 hat am Freitag für große Zerstörung gesorgt, vor allem in der Hauptstadt Naypyidaw und Mandalay, der zweitgrößten Stadt des Landes. Das Epizentrum des Bebens lag unweit von Mandalay. Auch drei Tage später wird das Land immer wieder von leichten Nachbeben erschüttert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Myanmar inzwischen die höchste Notfallstufe ausgerufen. Es würden dringend acht Millionen Dollar (7,4 Millionen Euro) benötigt, um Leben zu retten und innerhalb der kommenden 30 Tage Krankheitsausbrüche zu verhindern, teilte die WHO mit. Für die vielen Verletzten bestehe wegen der begrenzten medizinischen Kapazitäten in dem armen Land ein hohes Infektionsrisiko.

Junta verweigert offenbar Zugang in Katastrophengebiet

Die Hilfsorganisation Save the Children berichtete, dass viele Familien aus Angst vor Nachbeben in Klöstern und auf Fußballfeldern Zuflucht gesucht hätten. Zahlreiche beschädigte Straßen und die unterbrochenen Kommunikationsleitungen erschwerten derweil die Hilfsmaßnahmen. Gleichzeitig habe die Junta, die sich Anfang 2021 an die Macht geputscht hatte, internationalen Medien den Zugang zum Katastrophengebiet untersagt, schrieb die Nachrichtenagentur Mynamar Now unter Berufung auf den General Zaw Min Htun.

Lokale Medien berichteten, dass in der besonders schwer betroffenen Region Sagaing Anwohner selbst nach Vermissten suchten, weil die Rettungskräfte nicht zu ihnen durchkämen. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Mizzima News sind noch immer viele Menschen in eingestürzten Klöstern eingeschlossen. Gleichzeitig liege in dem Gebiet ein schlimmer Leichengeruch in der Luft, hieß es. 

Evakuierungen in Bangkok

Weite Teile Thailands waren am Freitag ebenfalls von dem Erbeben betroffen, insbesondere der Großraum Bangkok, wo bisher mindestens 18 Tote gemeldet worden sind. Auch dort war am Mittag (Ortszeit) offenbar ein Nachbeben zu spüren. Zahlreiche Hochhäuser wurden deshalb evakuiert. Auf der Webseite der US-Erdbebenwarte USGS wurde aber zunächst kein Beben in der Region verzeichnet. 

Mitarbeiter werden aus einem Bürogebäude in Bangkok evakuiert.

Im Stadtteil Sathorn wurden zahlreiche Gebäude evakuiert, nachdem offenbar Nachbeben zu spüren waren.

"Ich habe es allerdings gespürt, wenn natürlich auch viel leichter als das vom Freitag", sagte ein Büroangestellter im Stadtteil Sathorn der Nachrichtenagentur dpa. "Ich glaube, die Behörden wollen jetzt einfach auf Nummer sicher gehen."

Zusammen mit vielen Dutzend Kollegen stand er vor dem Bürogebäude Tisco Tower auf der Straße. Auch viele andere Hochhäuser, wie die Shopping Mall One Bangkok, das städtische Gerichtsgebäude sowie viele Regierungsbüros wurden vorsichtshalber evakuiert, wie die Zeitung "Khaosod" und Augenzeugen berichteten.

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 31. März 2025 um 09:00 Uhr.