
Krieg gegen die Ukraine ++ Selenskyj zu Gesprächen in Dschidda eingetroffen ++
Der ukrainische Präsident Selenskyj ist zu Gesprächen über eine mögliche Friedenslösung in Saudi-Arabien eingetroffen. Nach Angaben des britischen Premiers Starmer wollen sich mehrere Ukraine-Verbündete am Samstag virtuell treffen.
Die wichtigsten Entwicklungen:
- Selenskyj in Saudi-Arabien eingetroffen
- Starmer: Ukraine-Verbündete in virtuellem Treffen am Samstag
- Polens Tusk ruft USA zur Mäßigung auf
- Rubio zu Ukraine-Gesprächen nach Saudi-Arabien aufgebrochen
- SIPRI: Ukraine ist weltweit größter Waffenimporteur
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Wir schließen an dieser Stelle den Liveblog für Montag. Über weitere Entwicklungen informieren wir Sie weiterhin auf unserer Webseite. Vielen Dank für Ihr Interesse.
Russische Behörden sprechen von zivilen Toten in Region Kursk
Im umkämpften russischen Gebiet Kursk sind nach Behördenangaben drei Zivilisten durch Beschuss, der ein Einkaufszentrum traf, getötet worden. Außerdem seien in dem Ort Belaja nach vorläufigen Angaben neun Menschen verletzt worden, teilte der Gouverneur von Kursk, Alexander Chinschtejn, mit. Er machte die Ukraine für den Beschuss verantwortlich. Der Landkreis Belaja grenzt an den Kreis Sudscha, in dem ukrainische Truppen seit sieben Monaten einen Brückenkopf auf russischem Gebiet halten. Derzeit läuft eine starke russische Gegenoffensive, um die Ukrainer zu verdrängen.
Dänemark zur Entsendung von Friedenstruppen bereit
Dänemark ist im Fall eines Waffenstillstands in der Ukraine "grundsätzlich bereit", sich an einer Überwachungsmission in dem von Russland angegriffenen Land zu beteiligen. Das sagte Außenminister Lars Lökke Rasmussen in Kopenhagen. "Wenn es soweit kommt, dass ein Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen eine europäische Präsenz erfordert, ist Dänemark grundsätzlich zur Teilnahme bereit." Der Außenminister äußerte sich nach einem Treffen des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments.
Großbritannien und Frankreich versuchen derzeit, eine Gruppe von Ländern zu bilden, die im Fall einer Einigung zwischen Kiew und Moskau eine mögliche Waffenruhe in der Ukraine überwachen könnten. Der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich bereit erklärt, dafür mit US-Unterstützung Truppen in die Ukraine zu entsenden. Allerdings hat Russland mehrmals erklärt, dass es keine europäischen Truppen in der Ukraine akzeptieren werde.
Ausgesetzte US-Militärhilfe: Rubio hofft auf "Lösung" in Dschidda
US-Außenminister Marco Rubio hat die Hoffnung geäußert, dass bei den diplomatischen Gesprächen zwischen den USA und der Ukraine am Dienstag in Saudi-Arabien eine Lösung hinsichtlich der Aussetzung der US-Militärhilfe für Kiew erzielt werden kann. Er hoffe, dass die Frage der ausgesetzten Hilfe gelöst werden könne, sagte der US-Außenminister vor Journalisten im Flugzeug auf den Weg zum Verhandlungsort Dschidda. "Was morgen passiert, wird dafür eindeutig entscheidend sein."
Positiv wertete Rubio, dass die Ukraine bei den Gesprächen eine teilweise Waffenruhe mit Russland in der Luft und zur See vorschlagen will. "Ich sage nicht, dass das allein genug ist, aber es ist die Art Zugeständnis, die man braucht, um den Konflikt zu beenden", sagte Rubio
Ukrainischer Armee-Chef sieht keine Gefahr von Einkesselung in Kursk
Ukrainische Truppen laufen Armeechef Oleksandr Syrskyj zufolge trotz der jüngsten Gegenoffensive Russlands keine Gefahr, in der russischen Region Kursk eingekesselt zu werden. Die Lage sei unter Kontrolle, teilte der Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine in sozialen Medien mit.
Syrskyj war zuvor bei einem Besuch an der Front. Er habe die Entscheidung getroffen, die Kräfte in Kursk "mit den notwendigen Soldaten und Mitteln zu verstärken", so Syrskyj. Dazu gehörten auch elektronische Kriegsführung und Drohnen.
Selenskyj in Saudi-Arabien eingetroffen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu Gesprächen über eine mögliche Friedenslösung in seinem Land in Saudi-Arabien eingetroffen. Er landete in der Küstenstadt Dschidda am Roten Meer, wie der ukrainische staatliche Auslandssender Freedom bei Telegram bestätigte. Während des eintägigen Besuchs ist ein Treffen mit dem Kronprinzen und faktischen Herrscher des Landes, Mohammed bin Salman, geplant.
Für Gespräche mit einer US-Delegation unter Führung von Außenminister Marco Rubio wird eine Gruppe ukrainischer Unterhändler um Selenskyjs Kanzleichef Andrij Jermak, Außenminister Andrij Sybiha und Verteidigungsminister Rustem Umjerow länger in dem Golfstaat bleiben.
Nobelpreisträger: Eingefrorene russische Gelder für Ukraine
Mehr als 130 Nobelpreisträgerinnen und -träger fordern die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte für die Ukraine. Diese Gelder sollten nach einem Friedensabkommen so schnell wie möglich in den Wiederaufbau des Landes und die Entschädigung der Kriegsopfer fließen, heißt es in dem Appell, den prominente Laureaten wie die Friedensnobelpreisträger Shirin Ebadi oder Lech Wałęsa unterzeichnet haben.
Mit dabei sind auch die Autoren Elfriede Jelinek, Herta Müller und Orhan Pamuk, die Physiker Reinhard Genzel, Ferenc Krausz und Roger Penrose, die Chemiker Michael Levitt und Gerhard Ertl, die Medizinerin Christiane Nüsslein-Volhard oder der US-Ökonom Edmund S. Phelps. Sie alle haben ihre Unterschrift unter die Petition gesetzt, die kürzlich in Kiew der ukrainischen Friedensnobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk übergeben wurde.
Mehr als 30 Länder sollen an Planung für Ukraine-Truppe teilnehmen
Militärvertreter aus mehr als 30 Ländern werden an Gesprächen in Paris über eine internationale Sicherheitstruppe für die Ukraine teilnehmen. Auf der Teilnehmerliste für die Planungen stünden auch Staaten aus Asien und Ozeanien, sagte ein französischer Militärvertreter der Nachrichtenagentur AP. Sie würden per Videolink zugeschaltet.
Ziel sei eine Koalition aus Staaten, die "fähig und willens" seien, sich an den Bemühungen um den Schutz der Ukraine im Falle eines Waffenstillstands zu beteiligen.
Eine internationale Truppe soll Russland nach Inkrafttreten eines Waffenstillstands in der Ukraine davon abhalten, das Land erneut anzugreifen. Russland lehnt eine Beteiligung europäischer Staaten ab. Die US-Regierung hat sich skeptisch geäußert. Sowohl Frankreich als auch Großbritannien haben sich bereit erklärt, nach einem Waffenstillstand Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden.
USA erwarten Fortschritte bei Ukraine-Gesprächen
Die US-Regierung erwartet bei den anstehenden Gesprächen mit der Ukraine diese Woche Fortschritte. Das sagte US-Präsident Donald Trumps Nahost-Gesandter Steve Witkoff dem Sender Fox News kurz vor seiner Abreise zu Gesprächen im Nahen Osten. Die USA hofften zudem, dass ein Rohstoffabkommen unterzeichnet werden könne.
Bei den Gesprächen werde auch der Austausch von Geheimdienstinformationen erörtert. Die USA hätten die Weitergabe von Erkenntnissen für die Verteidigung der Ukraine jedoch nie eingestellt, wenn diese benötigt würden, sagte Witkoff. Die Gespräche sollen am Dienstag in Saudi-Arabien beginnen.
Starmer: Ukraine-Verbündete in virtuellem Treffen am Samstag
Der britische Premierminister Keir Starmer lädt für kommenden Samstag zu einem weiteren Treffen der Verbündeten der Ukraine ein. Bei der per Videoschalte abgehaltenen Konferenz werde es um die Unterstützung einer Feuerpause gehen, erklärte Starmers Büro. Das Treffen werde auf der ersten, Anfang März in London abgehaltenen Ukraine-Konferenz aufbauen.
An diesem ersten Treffen hatte auch Bundeskanzler Olaf Scholz teilgenommen. Es war vor dem Hintergrund des jüngsten politischen Kurswechsels in den USA und wachsender Unsicherheit über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses anberaumt worden. Nach britischen Angaben zählen rund 20 Staaten zu einer sogenannten "Koalition der Willigen", die zur weiteren Unterstützung Kiews gegen den russischen Angriffskrieg bereit sind.
Russische Armee rückt nach eigenen Angaben bei Kursk vor
Die russischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Grenzgebiet Kursk drei weitere von ukrainischen Truppen besetzte Orte zurückerobert. Dabei handele es sich um die Dörfer Kossiza, Malaja Loknja und Tscherkasskoje Poretschnoje, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Moskau. Zudem seien drei ukrainische Gegenangriffe abgewehrt worden.
Russische Truppen hatten Ende vergangener Woche ihre Angriffe in der Grenzregion zur Ukraine verstärkt und Bodengewinne gemacht. Die Logistik der verbliebenen ukrainischen Einheiten sei durch ständigen russischen Beschuss und Drohnenangriffe erheblich gestört.
Beobachter gehen von einem baldigen kompletten Verlust der im August vorigen Jahres überraschend durch die ukrainische Armee besetzten Gebiete aus. Ukrainischen Militärbeobachtern zufolge sollen von ursprünglich etwa 1.200 Quadratkilometern nur noch weniger als 300 unter Kontrolle Kiews stehen.
Selenskyj bekräftigt Willen zum Frieden
Am Vortag der Gespräche mit Vertretern der USA in Saudi-Arabien hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den grundsätzlichen Willen seines Lands zu einem Friedensschluss bekräftigt. "Die Ukraine bemüht sich seit der allerersten Sekunde des Krieges um Frieden", schrieb Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Kiew habe "stets erklärt", dass der Krieg "ausschließlich (...) auf Russlands Betreiben weitergeht".
Die Ukraine will nach Angaben aus Kiewer Regierungskreisen bei den anstehenden Gesprächen mit US-Vertretern in Saudi-Arabien eine Waffenruhe in der Luft und zur See vorschlagen. Diese Arten der Waffenruhe seien "einfach umzusetzen und zu überwachen" und daher ein guter Anfang, sagte ein ukrainischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP in Kiew.
Russland: Langer Weg zu normalen US-Beziehungen
Die Normalisierung der Beziehungen zu den USA wird nach russischer Darstellung langwierig und schwierig. "Wir stehen am Anfang des Weges zur Wiederherstellung unserer bilateralen Beziehungen", sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow. "Der vor uns liegende Weg ist lang und schwierig, aber zumindest haben die beiden Präsidenten ihren politischen Willen in diese Richtung bekundet", erklärte er unter Verweis auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump und des russischen Staatschefs Wladimir Putin. Eine Stellungnahme der US-Regierung liegt zunächst nicht vor.
Ausgewiesene Diplomaten: London weist Vorwürfe zurück
Die britische Regierung hat die Vorwürfe gegenüber zwei britischen Diplomaten zurückgewiesen, die wegen angeblicher Spionage aus Russland ausgewiesen wurden. Beiden wird vom Inlandsgeheimdienst FSB zur Last gelegt, unter dem "Deckmantel der Botschaft" als Spione tätig zu sein, dies habe der FSB durch "Maßnahmen der Gegenspionage" aufgedeckt, teilte der Geheimdienst mit. "Es ist nicht das erste Mal, dass Russland bösartige und grundlose Beschuldigungen gegen unsere Mitarbeiter erhoben hat", sagte ein Sprecher des britischen Außenministeriums.
Moskau und London streiten immer wieder über Diplomaten und angebliche Spionage. Seit Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs auf die Ukraine sind die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien zusätzlich angespannt.
Tusk ruft USA zur Mäßigung auf
Nach den herablassenden Worten aus den USA an Polen im Zusammenhang mit dem Satelliten-Dienst Starlink ruft Ministerpräsident Donald Tusk den NATO-Partner zur Mäßigung auf. "Niemals Arroganz. Liebe Freunde, denkt darüber nach", schrieb Tusk auf Englisch auf der Plattform X. "Wahre Führung bedeutet Respekt für Partner und Verbündete. Selbst für die kleineren und schwächeren." Er nahm damit Bezug auf Äußerungen von Elon Musk, den Starlink-Chef und Berater von US-Präsident Donald Trump.
Musk hatte am Sonntag auf seiner Plattform X dem polnischen Außenminister Radoslaw Sikorski geschrieben: "Sei still kleiner Mann." Sikorski hatte zuvor erklärt, die Ukraine könnte eine Alternative zu Starlink brauchen, wenn der Dienst unzuverlässig werde.
US-Außenminister Marco Rubio hatte dazu mit Blick auf Sikorski erklärt, niemand habe gedroht, die Ukraine von Starlink abzuschneiden. "Und sagen Sie danke, denn ohne Starlink hätte die Ukraine diesen Krieg schon längst verloren und die Russen stünden jetzt an der Grenze zu Polen."
Ukraine: Russische Truppen wollen in Region Sumy vorstoßen
Russische Truppen versuchen nach ukrainischen Angaben von der russischen Region Kursk aus in die nordostukrainische Region Sumy vorzudringen. Es handele sich um kleine Angriffsgruppen, teilte ein Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes im Fernsehen mit. Sie versuchten, von der russischen Region Kursk in ukrainisches Gebiet einzudringen, sich zu sammeln und später tiefer in das ukrainische Territorium vorzudringen, wahrscheinlich um Nachschubwege abzuschneiden. Der Grenzschutz versuche, die Angriffe mit Artillerie und anderen Mitteln abzuwehren.

Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete
Tass: Diese Woche keine Verhandlungen USA/Russland
Diese Woche wird es keine Gespräche zwischen Russland und den USA über Wege zur Beendigung des Krieges geben, meldet die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Dagegen hatte der US-Sender CNN am Sonntag berichtet, US-Vertreter würden bei Gesprächen mit der Ukraine in Saudi-Arabien in dieser Woche auch mit russischen Unterhändlern reden.
Zwei britische Diplomaten aus Russland ausgewiesen
Russland hat zwei britische Botschaftsangehörige angewiesen, binnen zwei Wochen das Land zu verlassen. Das gab das russische Außenministerium bekannt. Betroffen sind demnach der zweite Sekretär der Botschaft und der Ehemann der ersten Sekretärin der politischen Abteilung. Den beiden Männern werde demnach vorgeworfen, bei der Einreise absichtlich falsche Angaben gemacht zu haben. Zudem würden sie der Spionagetätigkeit verdächtigt. Der Geheimdienst FSB habe Anzeichen für nachrichtendienstliche und umstürzlerische Arbeiten dieser Diplomaten festgestellt, die die Sicherheit Russlands bedrohten, so das Außenministerium.
Ein Vertreter der britischen Botschaft wurde demnach ins Außenministerium einbestellt. Aus London gab es dazu bislang keine Reaktion.
Gemeinsames Marinemanöver von Russland, China und dem Iran
Für ein gemeinsames Marinemanöver sind russische und chinesische Kriegsschiffe in iranischen Gewässer eingetroffen. Nach Angaben des iranischen Militärs beteiligt sich Russland mit zwei Zerstörern und einem Versorgungsschiff, China entsendet einen Zerstörer und ein Versorgungsschiff. Iran stellt mit seiner Marine und den Revolutionsgarden insgesamt zehn Schiffe.
Nach Angaben des chinesischen Verteidigungsministeriums werden bei der Übung unter anderem die Bekämpfung von Zielen auf dem Meer, Festnahmen und gemeinsame Rettungsaktionen trainiert. Damit solle das Vertrauen zwischen den Armeen der beteiligten Länder vertieft werden, hieß es.
Brand in Lagerhaus in Südrussland
In der südrussischen Region Samara ist nach Angaben der Behörden ein Lagerhaus nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Flammen aufgegangen. Es gebe keine Verletzten, teilte das russische Katastrophenschutzministerium auf Telegram mit. Das Verteidigungsministerium teilte mit, die russische Flugabwehr habe drei Drohnen über der Region Samara zerstört.
Der Leiter des staatlichen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation in Kiew, Andrij Kowalenko, bestätigte den Angriff auf die Anlage in der Stadt Nowokuibyschewsk. Die Raffinerie sei für die russische Armee von strategischer Bedeutung, weil sie deren stabile Versorgung mit Treibstoff sicherstelle, schrieb Kowalenko bei Telegram.
Der Gouverneur der Region Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, schrieb bei dem russischen sozialen Netzwerk VK von einem erfolglosen Angriff auf Unternehmen. Es gebe keine Brände und Schäden, alles sei normal. In Kommentaren kritisierten Nutzer diesen Beitrag.
Das ukrainische Militär wiederum erklärte auf Telegram, Russland habe in der Nacht 176 Drohnen in Richtung der Ukraine eingesetzt. 130 davon seien abgeschossen worden, 42 hätten ihr Ziel nicht erreicht, wahrscheinlich aufgrund von Gegenmaßnahmen der elektronischen Kriegsführung. Was mit den übrigen vier Drohnen geschehen ist, wurde nicht mitgeteilt.
Blogger: Russische Soldaten treiben Einkesselung bei Kursk voran
Russische Soldaten rücken laut pro-russischen Militärbloggern im Rahmen einer großen Umzingelungsoperation in der Region Kursk weiter vor. Ziel sei, tausende ukrainische Soldaten im Westen Russlands zur Flucht oder zur Kapitulation zu zwingen, schreibt der Kriegsblogger Two Majors. Die russischen Streitkräfte rückten aus mindestens sieben Richtungen auf den so genannten "Kessel" in Kursk vor. Der Blogger Juri Podoljaka schreibt, er habe Schwierigkeiten, mit den Ereignissen Schritt zu halten, da der russische Vormarsch so schnell verlaufe und die ukrainischen Einheiten in mehreren Taschen in Kursk gefangen seien.
Rubio zu Ukraine-Gesprächen nach Saudi-Arabien aufgebrochen
US-Außenminister Marco Rubio ist zu neuen Ukraine-Gesprächen nach Saudi-Arabien aufgebrochen. Er verließ den Luftwaffenstützpunkt Homestead in Miami im US-Bundesstaat Florida am Sonntagabend. Bei den dreitägigen Gesprächen in Dschidda wird Rubio nach Angaben seiner Sprecherin ausloten, wie "man das Ziel des Präsidenten, den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, voranbringen kann". Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits mitgeteilt, ebenfalls in Saudi-Arabien zu sein.
Bericht: USA wollen Kompromissbereitschaft Kiews ausloten
Einem Bericht zufolge wollen die USA beim Treffen mit einer ukrainischen Delegation am Dienstag in Saudi-Arabien feststellen, zu welchen Zugeständnissen die Ukraine bereit ist. "Man kann nicht sagen: 'Ich will Frieden' und gleichzeitig: 'Ich weigere mich, Kompromisse einzugehen'", sagte ein US-Beamter laut der Nachrichtenagentur Reuters zu den bevorstehenden Gesprächen. "Wenn sie nur an den Grenzen von 2014 oder 2022 interessiert sind, sagt uns das etwas", hieß es demnach weiter.
Trump zuversichtlich vor anstehenden Gesprächen
Die Ukraine kann im Verteidigungskrieg gegen Russland wohl darauf hoffen, künftig wieder Geheimdienstinformationen der USA zu bekommen. Auf die Frage eines Reporters, ob er erwäge, den Ukrainern nach dem vorübergehenden Stopp nun doch wieder Geheimdienstdaten bereitzustellen, antwortete US-Präsident Donald Trump an Bord der Regierungsmaschine Air Force One, man sei kurz davor. Details nannte er jedoch nicht - so dass offen blieb, ab wann wieder Aufklärungsdaten der US-Geheimdienste an die Ukrainer gehen könnten.
Auch dazu, wie es mit den ausgesetzten Militärhilfen für die Ukraine weitergehen könnte, sagte der 78-Jährige nichts. Trump äußerte sich jedoch zuversichtlich mit Blick auf die anstehenden Gespräche zwischen Vertretern der USA und der Ukraine in Saudi-Arabien. "Ich denke, wir werden diese Woche große Fortschritte machen", sagte der Republikaner mit Blick auf das Treffen der Unterhändler in Dschidda. Er rechne mit einem "guten Ergebnis", betonte Trump. "Ich glaube, dass diese Woche einige sehr große Dinge passieren könnten. Ich hoffe es."
SIPRI: Ukraine ist weltweit größter Waffenimporteur
In kein Land der Erde sind in den vergangenen Jahren mehr Waffen geliefert worden als in die Ukraine. Das geht aus einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI hervor. Die ukrainischen Einfuhren von Rüstungsgütern wuchsen demnach im Vergleich der vergangenen beiden Fünfjahreszeiträume um fast das 100-fache. Die Ukraine hat sich damit im Zuge ihrer Verteidigung gegen den seit drei Jahren anhaltenden russischen Angriffskrieg zum größten Rüstungsimporteur der Welt entwickelt.
Aus den aktuellen Daten geht auch hervor, dass die Waffenimporte der europäischen Staaten 2020 bis 2024 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2015 bis 2019 um 155 Prozent gestiegen sind. Hintergrund sei der Ukraine-Krieg und die Ungewissheit über die zukünftige US-Außenpolitik, hieß es.
Selenskyj bestätigt Saudi-Arabien-Besuch
Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bestätigt, dass er einen Tag vor den geplanten US-ukrainischen Gesprächen nach Saudi-Arabien reisen wird. "Morgen werden wir weiter für den Frieden arbeiten - ich werde Saudi-Arabien besuchen", sagte er in seiner täglichen Videoansprache. Die ersten Gespräche der Unterhändler seien bereits zufriedenstellend verlaufen. "Wir hoffen auf Ergebnisse, sowohl im Hinblick auf den Frieden als auch auf die weitere Unterstützung."
Auch US-Außenminister Marco Rubio nimmt an den Gesprächen mit der Ukraine in Saudi-Arabien teil. Rubio werde heute nach Dschidda aufbrechen, um dort mit der ukrainischen Seite über eine mögliche Friedenslösung für den russischen Angriffskrieg gegen das Land zu beraten, teilte das US-Außenministerium in Washington mit.
Duda für NATO-Entscheidung zu Friedenstruppen
In der Debatte über die Entsendung europäischer Friedenstruppen in die Ukraine hat Polens Präsident Andrzej Duda eine Beteiligung der NATO verlangt. "Eine solche Entscheidung muss im Rahmen der NATO getroffen werden", sagte Duda im französischen Sender LCI.
Der britische Premierminister Keir Starmer und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten nach dem Eklat zwischen Trump und Selenskyj im Weißen Haus eine Entsendung von Truppen in die Ukraine ins Spiel gebracht, die dort nach einem möglichen Waffenruhe-Abkommen mit Moskau den Frieden im Sinne Kiews absichern könnten. Russland lehnt die Entsendung europäischer Streitkräfte zur Einhaltung eines möglichen Friedensabkommens ab.
Der Liveblog vom Sonntag zum Nachlesen
Starlink-Chef Musk hat klargestellt, dass die Ukraine weiter Zugang zu dem Satellitennetzwerk behalten soll. Russland hat nach eigenen Angaben drei weitere Ortschaften in der Grenzregion Kursk von der ukrainischen Armee zurückerobert.