
Brandenburg Brandenburger Bauernpräsident warnt vor erheblichen Ernteverlusten wegen Trockenheit
Es ist zu trocken in Brandenburg, in den vergangenen Monaten regnete es nur halb so viel wie üblich. Bauernpräsident Wendorff warnt vor erheblichen Ernteverlusten. Der Leiter des Deutschen Dürremonitors schätzt indes die Gesamtsituation ein.
Der Brandenburger Bauernpräsident Henrik Wendorff befürchtet erhebliche Ernteverluste, wenn es nicht bald länger regnet. Wendorff sagte am Freitag im rbb24 Inforadio, das Frühjahr sei prägend für Qualität und Erträge auf den Feldern. Sonnenblumen, Mais oder Zuckerrüben seien gerade erst gepflanzt worden und brauchten Wasser. Im Frühjahr habe es insgesamt zu wenig geregnet.
Weil der Boden derzeit nicht in der Lage sei Wasser aufzunehmen, seien größere Niederschlagsmengen nötig, so Wendorff. Da die Hälfte des Regens aber gleich wieder verdunste, brauche es noch im Mai vor allem nachhaltige Niederschläge von über zehn Litern pro Quadratmeter - möglichst über den Tag verteilt und nicht als Starkregen.

Nur halb so viel Regen wie im Frühjahr üblich
In den vergangenen drei Monaten sei über Brandenburg ungefähr die Hälfte des normalen Niederschlags runtergekommen, erklärte Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), am Freitag im radioeins vom rbb.
Außerdem verwies Marx auf die Problematik, Vorhersagen über die Jahreszeiten hinweg zu machen. Das europäische Modell sagt demnach einen heißen und außergewöhnlich trockenen Sommer voraus. Die US-Vorhersage sei aber gegenteilig, danach werde es ein zu feuchter Sommer.
"Die Wettervorhersagen funktionieren heute ganz phantastisch die nächsten sieben bis zehn Tage." Darüber hinaus werde eine grobe Abweichung beschrieben. "Und die funktioniert in vielen Teilen der Welt ganz gut, über Europa aber leider sehr schlecht", so Marx.

Grundwasser braucht nachhaltigen Niederschlag
In den nächsten Tagen ist laut Marx für Berlin und Brandenburg ein Niederschlag von 15 bis 30 Millimetern möglich. Für die Bauern in der Region wäre das eine sehr gute Nachricht, da die Jungpflanzen damit für die nächsten zwei bis drei Wochen mit Wasser versorgt werden könnten.
Mit Blick auf das Grundwasser brauche es hingegen überdurchschnittlichen Niederschlag in den nächsten zwei bis drei Monaten, um eine spürbare Erholung zu erreichen, so Marx. Die anhaltende Trockenheit mache sich vor allem beim Waldsterben bemerkbar – besonders betroffen seien Waldmonokulturen. Diese seien gegen Extremwetterereignissen nicht gut aufgestellt – etwa gegen Dürren oder Stürme. Ein Waldumbau in Richtung von Mischwäldern sei daher ein erster wichtiger Schritt.
Sendung: radioeins, 16.05.2025, 7:50