Donald Trump unterschreibt ein Dekret zur Einführung von Strafzöllen auf importierte Autos.

25 Prozent auf Importe Trump verhängt Autozölle - weitere könnten folgen

Stand: 27.03.2025 07:29 Uhr

Präsident Trump macht seine Drohung wahr: Die USA erheben künftig 25 Prozent zusätzliche Zölle auf alle Autos, die nicht in den USA gefertigt werden. Weitere Zölle könnten folgen - auch auf Einzelteile von Autos.

Von Julia Kastein , ARD Washington

"Das ist der Beginn des Befreiungstages in Amerika", erklärt Donald Trump. Viel zu lange hätten andere Länder die USA als ihr Sparschwein missbraucht und bestohlen, aber damit sei jetzt Schluss, so der US-Präsident.

Künftig soll auf alle Importautos ein zusätzlicher Zoll von 25 Prozent gelten - und zwar egal, wo auf der Welt sie produziert werden. "Am 2. April treten sie in Kraft, ab dem 3. wird kassiert", sagt Trump. Und er versichert, dass diese Zölle nicht mehr verhandelbar, sondern "dauerhaft" seien.

Trump will heimische Autoindustrie stärken

Durch die Aufschläge würden die USA nicht nur Mehreinnahmen in Milliardenhöhe generieren - genug Geld, um Steuern zu senken und den Schuldenberg abzutragen, verspricht Trump. Auch die heimische Autoindustrie werde wieder groß gemacht, denn um die Zölle zu umgehen, würden die Autobauer künftig komplett in den USA produzieren, glaubt Trump.

"Das ist sehr aufregend. Es wird zum Bau neuer Autowerke führen. Zahlen, wie wir sie nie gesehen haben. Auch bei den Jobs", so Trump. Aber er räumt auch ein: "Das wird ein bisschen dauern."

Zölle könnten bald auch für Einzelteile gelten

Wirtschaftsexperten warnen, dass Trumps Rechnung gar nicht aufgehen könnte und zunächst mal die Autopreise für US-Verbraucher massiv steigen werden. Auch bei amerikanischen Marken. Die Zölle sollen nämlich - nach einer Schonfrist von bis zu einem Monat - auch für den Import von Einzelteilen gelten.

Auch US-Autos bestehen überwiegend aus Komponenten, die in Mexiko oder Kanada gebaut werden. In der Autostadt Detroit befürchten Händler deshalb, dass die Verbraucher den nächsten Autokauf erstmal aufschieben.

"Was uns Gedanken macht, ist, dass Autos schon jetzt im Schnitt 49.000 Dollar kosten - fast so viel wie nie", so Glenn Stevens. Er ist der Chef von MichAuto, dem Verband der Autoindustrie in Michigan. "Selbst kleine Preissteigerungen können die Nachfrage beeinflussen. Und das hat dann auch Auswirkungen auf die Lieferketten, die Produktionskosten und kostet vielleicht sogar Arbeitsplätze."

Aber selbst Konsumenten, die gar kein neues Auto kaufen, könnten darunter leiden, erklärt Marktanalystin Jessica Caldwell im Sender CBS: "Jeder, der sein Auto reparieren lässt, wird höhere Kosten erleben, vermutlich auch bei der Versicherung. Wenn man einen Unfall baut, dann sind das viele Einzelteile. Und die werden alle direkt von den Zöllen betroffen sein."

Wirtschaftsforscher warnen vor Rezession

Die Konsumlaune ist in den USA zuletzt dramatisch gesunken. Und einige Wirtschaftsforscher warnen schon vor einer drohenden Rezession. Trump selbst verspricht zwar, steigende Autopreise durch Steuerabschreibungen zu kompensieren. Aber noch gibt es die nicht. Und wenn, dann sollen sie auch nur für Autos gelten, die in den USA hergestellt werden.

Klar ist: die Autozölle sind eine weitere Eskalation und werden von Amerikas Handelspartnern auch so verstanden. Kanadas neuer Premier Mark Carney beispielsweise spricht von einem direkten Angriff auf sein Land - und droht mit Gegenzöllen. EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen bedauert Trumps Entscheidung und will weiter an einer Verhandlungslösung arbeiten.

Trump bereitet inzwischen schon den nächsten Teil von "Liberation Day", vom "Befreiungstag", vor. Am 2. April will er weitere Vergeltungszölle verhängen. Wieviel und worauf, hat er noch nicht verraten.

Julia Kastein, ARD Washington, tagesschau, 27.03.2025 06:52 Uhr

Dieses Thema im Programm: Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 27. März 2025 um 08:04 Uhr.